Eigenentwicklung

2×12″, 8", 1" Horntop

2×12″ Horntop · Eigenentwicklung

SystemtypHorntop
Bestückung2× 12″
BauartHornloaded
EinsatzbereichLive-Beschallung / PA-Top
BesonderheitenHoher Wirkungsgrad, rotierender Hochtöner-Horn, modular stapelbar.

Entwicklungsweg – 2×12"/8"/1"-Horntop

Am Anfang stand eigentlich die Suche nach der berühmten eierlegenden Wollmilchsau: Ein Topteil, das extrem laut spielen kann, gleichzeitig sehr fein und sauber im Hochton auflöst, tief genug an die Subwoofer ankoppelbar ist und dabei trotzdem möglichst kompakt und leicht bleibt. Anforderungen, die sich im Lautsprecherbau teilweise direkt widersprechen.

Nach wochenlanger Recherche fiel die Entscheidung schließlich auf das Limmer 870QX als Grundlage für den Mittel- und Hochtonbereich. Für den 8"-Weg wurde der B&C 8NSM64 ausgewählt. Beim Hochtöner wollte ich allerdings bewusst von der empfohlenen Bestückung abweichen und unbedingt den 18 Sound NSD1095N einsetzen.

Das brachte direkt die erste konstruktive Herausforderung mit sich: Der Treiber passte von seinen Abmessungen nicht in den vorgesehenen Bauraum. Der Korpus beziehungsweise die Aufnahme musste deshalb in aufwendiger Handarbeit durch Schleifen und Nacharbeiten angepasst werden, bis der NSD1095N sauber integriert werden konnte. Die ersten Messungen dieser Kombination waren anschließend bereits sehr vielversprechend.

Damit stand der Mittel-/Hochtonbereich – nun fehlte noch der Tiefton.

Von Anfang an war klar, dass es eine Doppel-12"-Lösung werden sollte. Die grundsätzliche Anordnung hatte ich bereits im Kopf, die akustisch und konstruktiv sinnvolle Umsetzung war allerdings deutlich schwieriger.

An diesem Punkt holte ich mir Unterstützung von Carlo Hermann von Horner Audio. Nach gemeinsamer Betrachtung des Konzepts entstanden zwei mögliche Entwicklungsrichtungen: eine Variante mit direkt abstrahlenden 12"-Treibern und eine aufwendigere Hornlösung.

Die Entscheidung fiel bewusst auf die Hornvariante.

Daraufhin wurde das Tieftonhorn konstruiert, ein erster Aufbau gefertigt und anschließend vermessen. Auf Basis der Messungen wurde weiter optimiert, unter anderem durch gezielte Bedämpfung im Gehäuse. Nach weiteren Messdurchläufen zeigte sich schließlich, dass das akustische Grundkonzept wie geplant funktionierte.

Damit waren die einzelnen Wege vorhanden – nun mussten sie auch sauber miteinander zusammenspielen.

Für die Entwicklung der Frequenzweiche ging es mit dem kompletten Lautsprecher zu Dirk Hahn. Dort entstand eine entsprechend aufwendige Weichenschaltung, um die beiden 12"-Treiber, den 8"-Mitteltöner und den 1"-Kompressionstreiber akustisch sauber miteinander zu verbinden.

Eine zusätzliche Herausforderung war anschließend der Einbau: Durch die sehr kompakte Konstruktion war im Gehäuse kaum noch freier Platz vorhanden. Die Frequenzweiche musste deshalb mehrfach positioniert und der Aufbau angepasst werden, bis schließlich eine mechanisch sinnvolle und dauerhaft montierbare Lösung gefunden war.

Zum Abschluss wurde noch das Frontgitter speziell für das Gehäuse konstruiert und anschließend per Laserschnitt angefertigt. Danach folgten die finalen Messungen und die abschließende Abstimmung des gesamten Systems.

Von der ersten Idee bis zum vollständig fertigen Lautsprecher vergingen damit knapp drei Jahre.

Entstanden ist ein eigenständiges 2×12"/8"/1"-Horntop, bei dem nahezu jeder Bereich speziell auf das Gesamtkonzept abgestimmt wurde – vom Horn und der Treiberauswahl über Gehäuse, Bedämpfung und Frequenzweiche bis hin zum individuell gefertigten Frontgitter. Das ursprüngliche Ziel war ambitioniert: **hoher Wirkungsgrad und Pegel, feine Hochtonwiedergabe, tiefe Ankopplung und trotzdem ein möglichst kompaktes Gesamtsystem.** Genau aus diesem Anspruch entwickelte sich über viele Versuche, Messungen und Anpassungen schließlich die fertige Box.

Eingesetztes Equipment

Die für dieses Projekt verwendeten Produkte & Mietsets.

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